Der Deutsch-Jemenitische Ärzteverein e.V.

Vorstellung und Aktivitäten

Dr. Mutaher Azazi

Gründung des Vereins
„Zusammenkommen ist ein Beginn, zusammenbleiben ist ein Fortschritt, zusammenarbeiten ist ein Erfolg.“ (Henry Ford)

Der Deutsch-Jemenitische Ärzteverein e.V. (DJAEV) ist
im Jahr 2011 von einer kleinen Anzahl deutscher Ärzte jemenitischer Abstammung gegründet und ins Vereinsregister im Amtsgericht Charlottenburg Berlin offiziell eingetragen worden.
Unter unseren Mitgliedern befinden sich ärztliche Leiter:innen großer Krankenhäuser in Deutschland, Oberärzt:innen aller Fachrichtungen , Leiter:innen mehrerer Apotheken, wissenschaftlichen Mitarbeitende deutscher Institute, Laborant:innen, Mikrobiolog:innen und Zahnmediziner:innen.

Ziele des Vereins Der DJAEV verfolgt folgende Ziele:

• Verstärkung und Etablierung des Austauschs von wissenschaftlichen und medizinischen Forschungsarbeiten
zwischen Jemen und Deutschland;
• Unterstützung der Gesundheitseinrichtungen im Jemen sowohl mit den nötigen Materialien als auch bei fachlichen Beratungen.
• Organisieren und Veranstalten, in Zusammenarbeit mit Ärzt:innen und Personal im Gesundheitswesen im Jemen, von Workshops, Seminaren und wissenschaftlichen Konferenzen, um das Niveau der medizinischen Versorgung im Jemen anzuheben.
• Organisieren und Erhöhung der Bereitschaft der in BRD tätigen Ärzt:innen und des im Gesundheitswesen tätigen Personals zu humanitären Einsätzen in jemenitischen Einrichtungen (z. B. kostenfreie Einsätze in medizinischen Einrichtungen in Jemen).
• Organisieren und Durchführen von ärztlichen Visiten im Jemen, insbesondere in Regionen mit dürftigem medizinischem Versorgungsstandard in Zusammenarbeit mit Organisationen in Jemen.
• Herstellung persönlicher Kontakte zwischen jemenitischen und deutschen Ärzt:innen sowie Personal im Gesundheitswesen, um Erfahrungen und Informationsaustausch zu fördern
• Beratung der jemenitischen Ärzt:innen und jemenitischen Medizinstudierender in Deutschland im Rahmen ihrer Weiterbildung bzw. ihres Studiums an deutschen Institutionen.
• Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen dem DJAEV und den unterschiedlichen Organisationen im Gesundheitswesen im Jemen, damit Ärzt:innen und Patient:innen in Jemen davon profitieren können.

 

Aktivitäten und Erfolge 2020/2021

In unserem Verein zählt das Engagement für die gemeinsame freiwillige Arbeit, nicht Position oder Status der Mitglieder, deshalb hat unser Verein gute Leistungen und viele Hilfsziele in Jemen erreicht.
Virtueller Austausch In den Jahren 2020 und 2021 war und ist die Hauptaktivität des Vereins die Bekämpfung der Erkrankungen durch COVID-19. Deshalb beschloss der Deutsch-Jemenitische Ärzteverein im April 2020 die Etablierung der WhatsAppGruppe Covid-19. Sie dient zum Informationsaustausch zwischen Ärzt:innen des DJAEV, die in der Behandlung von Corona-Patient:innen in verschiedenen Krankenhäusern in Deutschland involviert sind, und jemenitischen Ärzt:innen, die in verschiedenen Orten im Jemen tätig sind. Den Ärzt:innen im Jemen wird so informell mitgeteilt, welche wichtigen Maßnahmen sie zur Behandlung von Corona-Infizierten ergreifen sollten und wie sie sich selbst vor einer möglichen Infektion schützen können. Zu dem besagten Thema fanden bislang mehrere Workshops per Videokonferenz statt. Das erste Treffen wurde am 18. April 2020 mit Kolleg:innen aus dem Gesundheitssektor in den Gouvernoraten Hadhramaut, Shabwa, al-Mahra und Ta‘iz abgehalten. Im 2. und 3. Workshop nahmen die DJAEV-Ärzt:innen Verbindung mit Ärzt:innen aus al-Mahra, Hadhramaut, Ta‘iz, Shabwa und Kairo [Ägypten] auf, wobei es insbesondere um die klinische Behandlung von Corona-Patient:innen ging. In den Workshops wurde sich zunächst über die Entwicklung der Situation im Jemen bedingt durch das Corona-Virus ausgetauscht, sowie über die Maßnahmen, die zur Eindämmung und Verhinderung weiterer Infektionen notwendig sind. Dies bezieht sich vor allem auch auf den Schutz des medizinischen Personals vor Ort, um die Corona-infizierten Patient:innen ohne Gefahr für sich selbst behandeln zu können. Dabei wurde auf
die bestehenden Erfahrungen medizinischen Personals in Deutschland zurückgegriffen.

 

Im Rahmen der Aktivitäten des DJAEV zur Bekämpfung des Corona-Virus traf man sich im Rahmen einer Videokonferenz am 3. Mai 2020 zum 4. Workshop mit Ärzt:innen aus dem Gesundheitssektor der Gouvernorate Aden und Shabwa, wobei sich über den aktuellen Stand der Virusbekämpfung verständigt wurde. Basierend auf den Erfahrungen der deutschen Ärzt:innen über die Möglichkeit zur Bekämpfung des Corona-Virus wurden die Fragen der jemenitischen Ärzt:innen beantwortet. Der Leiter des Isolationszentrums des al-Amal Krankenhauses in Aden wies auf den dortigen tragischen Zustand hin, dass es selbst an
den grundlegendsten Dingen fehlt, um das Zentrum auf die Pandemie vorzubereiten. Er erläuterte außerdem die katastrophalen Umstände vor Ort und leitete daraus die wahrscheinlich eintretenden Konsequenzen für die Region ab. Daher bat er um Hilfe als moralische Pflicht für den Schutz der Menschen vor Ort. Der fünfte Workshop fand am 8. Mai statt, in welchem über Erfahrungen mit Corona-Patient:innen, über mögliche diagnostische Methoden und die Verfügbarkeit von Scans für das Screening des neuen Coronavirus gesprochen wurde. Bei den hier erwähnten Workshops wurden einige Vorträge in Partnerschaft mit der Akkon-Hochschule und der GIZ durchgeführt. Es gab auch einige Vorträge von DJAEV-Mitgliedern über Zoom, bei denen
es insbesondere um die Unterstützung des Krankenhauspersonals im Jemen ging. Zudem wurden mehrere Zusammentreffen online mit der GIZ und der AKKON-Hochschule Berlin organisiert mit dem Ziel, Hinweise und Empfehlungen an die Gesundheitseinrichtungen im Jemen im Hinblick auf die Corona Krise zu erarbeiten und weiterzugeben. Innerhalb des DJAEV wurde vereinbart, dass in naher Zukunft regelmäßige private und öffentliche Sitzungen und Videokonferenzen über aktuelle Informationen zum Corona-Virus stattfinden werden. Bericht über den Versand eines Hilfscontainers mit medizinischen Materialien und Geräten nach dem Jemen Durch unseren Verein konnte am 12.03.2021 der 1. Hilfscontainer in diesem Jahr beladen werden. Hiermit konnten
33 mechanische Betten, sieben elektrische Betten, sechs Nachtschränke, ein Ultraschallgerät, Ersatzteile sowie medizinisches Material verschifft werden. Darunter auch Schutzkleidung für Beschäftigte im Gesundheitswesen zur Vorbeugung vor Ansteckung mit dem Coronavirus und anderen hochinfektiösen Krankheiten.Diese Hilfsgüterlieferung ist eine von vielen Aktivitäten des Vereins zur Unterstützung der Gesundheitseinrichtungen im Jemen, die unter einem massiven Mangel an medizinischen Materialien und Geräten wegen des seit Jahren andauernden Krieges leiden. Der Container traf Ende März in Aden ein und die Hilfsgüter wurden anschließend auf Krankenhäuser in den Städten Ta‘iz, Aden und al-Hudayda verteilt. Inzwischen hat der Verein des Weiteren ein Mammographie-Gerät, dass zur Krebsuntersuchung dient, an die National Cancer Control Foundation in Ta‘iz (al-Amal Onkologiezentrum) geschickt. Das Zentrum bietet seine Dienstleistungen für Patient:innen aus allen Bezirken von Ta‘iz ebenso an wie für solche aus den benachbarten Gouvernoraten Ibb, Lahij, al-Hudayda und al-Dhali‘. Darüber hinaus spendet der DJAEV Medikamente, Desinfektionsmittel und medizinisches Material zur Bekämpfung
des Corona-Virus, die für Patient:innen und medizinisches Personal im Isolationszentrum in Aden gedacht sind.
Weitere Informationen unter

http://www.djaev.org

Dr. Mutaher Azazi ist stellvertretender Vorsitzender des DJAEV.
lindetalapotheke@yahoo.de